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Digitale Innovation

Was ist Ideenmanagement und wie wird es zum Erfolg?

22.03.2017
Die Idee ist erst der Anfang vom Ideenmanagement.

So langsam kommt es auch in der letzten streng hierarchisch organisierten Firma an: Die Ideen der Mitarbeiter sind Gold wert. Ein systematisches Ideenmanagement kann deshalb schnell den Unterschied zu einem Mitbewerber ausmachen.

Der Gedanke, die Kreativität der eigenen Belegschaft zu nutzen, ist dabei keinesfalls neu. Ideenbriefkästen gab es auch schon Anfang des 20. Jahrhunderts. Und seit den 1970er-Jahren entwickelt sich das Konzept des Ideenmanagements stetig fort.

Was aber steckt hinter dem Ideenmanagement? Warum setzt man es ein? Und wie gelingt es, dieses im Unternehmen erfolgreich zu etablieren? Konkrete Fragen, die konkrete Antworten erfordern. Im folgenden Blogbeitrag klären wir darüber auf.

Vom Ideenbriefkasten zum Vorschlagswesen: eine kurze Geschichte des Ideenmanagements

Angestellte stellt man an, Mitarbeiter arbeiten mit: Erkennen Sie den Unterschied? Während Erstere dem Begriff nach eher Robotern ähneln, die tun, was man ihnen sagt, sind Letztere aktiv in den Arbeitsprozess eingebunden. Soll heißen: Ihre Kreativität wird geschätzt und auch eingefordert.

Natürlich ist dieser begriffliche Unterschied nur symbolisch zu verstehen – in der Praxis dürfen auch Angestellte kreativ sein. Um zu zeigen, was Ideenmanagement ausmacht, ist das Bild aber hilfreich.

Auch wenn der Begriff des Ideenmanagements in der Theorie der Wirtschaftswissenschaften und der Praxis der Unternehmen noch relativ jung ist, reichen seine Wurzeln doch weit zurück.

  • Schon Anfang des 20. Jahrhunderts tauchte das Prinzip auf – ganz simpel in Form von Ideenbriefkästen oder Vorschlagsboxen. In der Kantine aufgehangen, sollten sie Mitarbeiter ermutigen, ihre Ideen einzuwerfen.
  • Dieser Ansatz wurde Mitte des 20. Jahrhunderts dann weitergedacht. Im Rahmen eines betrieblichen Vorschlagswesens gingen derartige Ideen in einen geregelten Prozess ein. Vorschläge wurden geprüft und bewertet – etwa nach Erfolgsaussichten und Ressourcenaufwand. Schaubild kontinuierlicher Verbesserungsprozess
  • Noch klarer organisiert ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP). Man verlässt sich nicht nur auf spontane Ideen, sondern arbeitet zielgerichtet an einer steten Optimierung von Produktionsprozessen oder Arbeitsabläufen. Der Gedanke dahinter: Selbst kleinste Verbesserungen können zu großen Einsparungen führen – etwa durch kürzere Wege in Fabriken. Bekannt ist dieser Ansatz durch „Kaizen“ aus Japan, wo durch andauerndes Feedback Produkte immer weiter optimiert werden.

Das Wissen der Mitarbeiter nutzen: Deshalb braucht es Ideenmanagement

Warum aber hören Unternehmen eigentlich auf ihre Mitarbeiter? Ganz einfach: weil diese oft mehr von der Praxis wissen als ihre Chefs.

Das klingt jetzt hart, ist aber eigentlich ganz logisch. Wer wüsste wohl besser, woran es im Verkauf hakt, als der Verkäufer? Wer könnte eine Liste an Schwachstellen in der Produktion aufstellen, wenn nicht derjenige, der täglich am Band arbeitet? Und wer weiß am ehesten, was sich die Mitarbeiter für eine Verbesserung des Betriebsklimas wünschen, als die Mitarbeiter selbst?

Fortlaufend neue Produktideen zu entwickeln, bestehende Produkte zu verbessern und Produktionsabläufe zu optimieren gehört zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren einer jeden Firma. Nur wer bereit und in der Lage ist, sich ständig zu hinterfragen und zu erneuern, kann am Markt bestehen. Deshalb erfreut sich das Ideenmanagement einer immer größeren Popularität.

Die Kreativität der Masse: Ideensuche nicht nur Fachleuten überlassen Traditionell ist vor allem der Forschungs- und Entwicklungsbereich in der Pflicht, wenn es um innovative Produkte und optimierte Abläufe geht. Allerdings verschenken Firmen, die sich rein auf den kleinen Kreis an Mitarbeitern aus der Fachabteilung verlassen, das riesige Potenzial der restlichen Belegschaft.

Ideenmanagement bedeutet, den Radius der Ideensuche auf alle Abteilungen auszuweiten – vom Einkauf über das Marketing bis zur Verwaltung. Und warum soll nicht auch der Hausmeister anmerken dürfen, dass über eine automatische Stromabschaltung verhindert werden könnte, dass nachts in jedem zweiten Raum noch Licht brennt – und somit bares Geld verbrennt?

Von der Idee zur Umsetzung: Vier Schritte bis zum Erfolg

Die große Frage, die sich in der Praxis stellt, ist dabei die nach dem Wie: Wie kann ein Unternehmen sicherstellen, dass fortwährend neue Ideen entwickelt und erfolgreich verwirklicht werden?

Ansätze gibt es reichlich. Ihnen allen gemein ist die Erkenntnis, dass das Ideenmanagement ein Prozess ist, der nicht an der Stelle aufhören darf, an der die Idee ausgesprochen wurde. Denn bis zu einer möglichen Umsetzung ist es noch ein weiter Weg.

Dieser erfolgt in der Regel in vier Schritten:

  • Prüfung: Anhand verschiedener Kriterien werden Ideen, die zum Beispiel über eine Ideenmanagement-Software eingereicht wurden, geprüft. Der notwendige Ressourcenaufwand, die benötigte Zeit für eine Umsetzung, die Wahrscheinlichkeit auf höhere Gewinne und das Einsparpotenzial zählen zu diesen Kriterien.
  • Entscheidung: Verlief die Prüfung erfolgreich und wird der Idee ein gewisses Erfolgspotenzial bescheinigt, entscheidet das Management, ob die Idee weiterverfolgt wird.
  • Test: Ist dies der Fall, kommt es zu einem Testlauf. Betrachtet wird dabei, ob die erhofften Effekte eintreten – also tatsächlich Einsparungen möglich sind oder die Mitarbeiterzufriedenheit steigt.
  • Umsetzung: Verläuft der Test positiv, steht einer Umsetzung im gesamten Unternehmen nichts mehr im Wege. Die entsprechenden Ressourcen müssen dann eingeplant und die Mitarbeiter entsprechend geschult werden.

Motivation ist alles: Anreizsysteme helfen bei der Ideenfindung um Mitarbeiter zu motivieren, Ideen zu entwickeln, bedarf es eines transparenten Anreizsystems. Denn eines ist klar: Warum sollte jemand einen Vorschlag unterbreiten, wenn er selbst nichts davon hat?

Viele Unternehmen setzen deshalb auf Belohnungen, zum Beispiel in Form von Boni. Das ist eine Möglichkeit, um viele neue Ideen zu sammeln, aber längst noch kein Erfolgsgarant.

Wichtig ist vor allem, dass die Ideensuche systematisch erfolgt. Und das beginnt bereits bei der Umsetzung der Ideensammlung. Eine Ideenmanagement-Software, die eine Plattform zum Austausch über Ideen und zur Diskussion untereinander bietet, ist dabei in Zeiten von sozialen Netzwerken und Industrie 4.0 unumgänglich.

Open Innovation: Weil auch die Kunden gute Ideen haben Die Bedeutung eines modernen Ideenmanagements zeigt sich in jüngster Vergangenheit durch eine stetige begriffliche Neuorientierung. Längst ist parallel auch von Innovationsmanagement und von Open Innovation die Rede. Beide Begriffe unterstreichen, dass es nicht nur genügt, immer neue Ideen wie am Fließband zu produzieren, sondern dabei die betriebliche Relevanz nicht aus den Augen zu verlieren. Im Kern: Eine Idee ist erst dann gut, wenn sie die Firma auch voranbringt, ihre Innovationskraft stärkt.

Vor allem das Konzept der Open Innovation treibt das Ideenmanagement dabei auf die Spitze. Nicht mehr nur die eigenen Mitarbeiter tragen zum Innovationsprozess bei, sondern die gesamte Unternehmensumwelt – vom Stakeholder über den Kunden bis theoretisch hin zur ganzen Gesellschaft.

Fazit

Ideenmanagement entwickelt sich derzeit von einem reinen Vorschlags- zu einem groß angelegten Kommunikationsprozess. Aus dem Ideenbriefkasten ist längst ein soziales Ideennetzwerk geworden. Dieses muss von Unternehmensseite her gesteuert werden.

Ohne entsprechende technische Tools ist dies nicht mehr zu leisten. Ideenmanagement-Software wie jene von Wethinq ermöglichen den Dialog mit allen Gruppen, die an der Ideenfindung und -verarbeitung beteiligt sind. In unserer Demo-Tour erklären wir Ihnen gern, wie das genau funktioniert.

Schaubild: CC BY-SA 3.0 Wikipedia

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