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Digitale Innovation

Funktioniert offene Innovation hinter verschlossenen Türen?

01.07.2014
Josep Ma. Rosell https://www.flickr.com/photos/batega/2260208270 (CC)

Kleine Software-Firmen gelten als die innovativsten Firmen der Welt. Wie schaffen diese kleinen Start-ups, was sich viele große Unternehmen wünschen: bei ihnen stehen Innovationen im Zentrum und sind kein Abfallprodukt der sonstigen Prozesse.

Diese Firmen stammen aus einer Kultur, in der starre Hierarchien verpönt sind. Einige Unternehmen wie Github, der Anbieter der gleichnamigen Plattform zur gemeinsamen Entwicklung von Software, hat gar keine Hierarchien. Und nichts motiviert so sehr, als keinen Chef zu haben sondern stattdessen selber zu entscheiden, woran gearbeitet wird.

Doch der Hauptantrieb der Innovationskraft dieser Firmen ist die offene Innovation. Viele dieser Firmen machen ihre wichtigsten Produkte, sprich den Softwarecode ihrer Entwickler, öffentlich. Sie machen das Gegenteil, was in der traditionellen Geschäftswelt üblich. Bisher entwickeln Firme Produkte hinter verschlossenen Türen, halten ihre Geheimnisse geheim und binden nach Produkteinführung die Kunden an ihre Ware. Sie erschweren einen Wechsel zur Konkurrenz, zum Beispiel indem das eigene Produkt mit der Konkurrenz technisch unkompatibel gemacht wird oder ein Vertrag über zusätzliche Dienstleistungen abgeschlossen wird. Doch wenn der Kunde nicht wechseln kann, hat die Firma keinerlei Anreiz mehr für Innovationen.

Eine Firma, deren Produkte sogar kopierbar sind, müssen hingegen immer einen Schritt voraus sein. Wem alle bei der Arbeit zusehen können, muss der beste seines Faches sein. Wenn das eigene Produkt für jedermann zugänglich ist, schafft dies zudem eine Gemeinschaft von externen Mitarbeitern, die ihre Zeit in das eigene Produkt investiert haben und daher potentielle Kunden sind. Wer sein Produkt schon in der Entwicklung öffnet, bekommt dafuer ein Kundenloyalitötäprogramm samt Kundentests geschenkt.

Große Firmen haben zudem den Vorteil, dass kleinere Anbieter sich mit eigenen Produkten auf frei zugänglichen Softwarecode oder Geräte draufsatteln. DIes schafft ein größeres Ökosystem, das die eigentlichen Produkte attraktiver macht und die Nachfrage stimuliert. Konzerne wie Apple oder Google haben jedoch nicht alle ihre Produkte öffentlich gemacht. Einige Geheimnisse bleiben geheim, weil in ihrer Kalkulation eine Veröffentlichung mehr schadet als nützt.

In traditionellen Branchen gibt es zudem interne Widerstände, offene Innovation ist ein vielerorts ein Kulturschock. Diese Firmen können die Vorteile von offener Innovation aber zu einem gewissen Grad dennoch für sich nutzen.

Übrigens die Firma hinter WE THINQ, die crisscrossed GmbH GmbH, hat auch einige ihrer Projekte als Open Source Software veröffentlicht. Wir sind große Fans von Open Source Software.

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