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Digitale Innovation

Interview Reiner Greve (Gemeinde Usingen): Online Bürgerbeteiligung umsetzen

08.10.2013

Hintergrund: Die Gemeinde Usingen nutzt WE THINQ für einen Bürgerdialog. Ralf Greve, Amtsleiter für Jugend, Kultur, Soziales und Bürgerbüro ist so freundlich uns seine Erfahrungen zu schildern.

Wie kam es zu dem Projekt usingen-gestalten.de? 

Die Idee war, dass Bürgern eine Möglichkeit zur Diskussion von Ideen und Anregungen gegeben wird. Nicht das üblicherweise Abstimmen von beschlossenen Projekten sollte im Fokus stehen, sondern neue und innovative Ideen der Bürger. Im Innovators Club Deutschland wurde für solch ein Projekt ein Partner gesucht. Wir haben uns gerne gemeldet.  

Inwieweit kann man so einen Prozess planen? 

Den Prozess an sich zu planen ist kaum möglich, da er von vielen Faktoren abhängt. Vornehmlich von den Ideen und Vorstellungen der Bürger. Es ist aber unabdingbar eine Fülle an Rahmenbedinungen festzulegen.

Was waren die Herausforderungen? 

Die größte Herausforderungen waren, die "Bedenkenträger" im Hinblick auf Mißbrauch eines solchen Angebotes. Darüber hinaus gab es eine Vielzahl an Bedenken, ob denn wirklich "Couchpotatoes" in Prozesse eingebunden werden sollen.  

Lief alles nach Plan? Was hat Sie überrascht?  

Eigentlich lief alles nach Plan. Wir hatten eine gute Vorarbeit durch Diskussionen auf verschiedenen Ebenen. Überrascht hat mich dann vor allem, wie gut und diszipliniert die Bürger mit dem Angebot umgegangen sind.  

Kam es zum oft zitierten Wut-Bürger? 

Nicht an einer Stelle kam es zum "Wut-Bürger". Alle Themen wurden sehr sachlich diskutiert. Ein einziges Mal hat ein User ein wenig zu viel Sarkasmus in seine Wortwahl gelegt und wurde aber sogleich von den Teilnehmern gerügt und um Fairness gebeten.  

Wie setzen Sie nun die Ideen um? 

Zurzeit fehlt die politische Legitimation das Projekt nicht nur als Pilot zu sehen, sondern dauerhaft fortzuführen. Hier bestehen sicher noch einige Bedenken im Hinblick auf Einmischung ins tägliche Geschehen aber auch zum Arbeitsaufwand die Plattform zu betreiben. Wobei es eine einfache Lösung gebe. Erst wenn 50% der User einem Thema ihre Zustimmung geben, wird es zu einem Thema für Verwaltung und Politik. Somit müsste jeder für seine Idee werben und nicht die Vorstellungen Einzelner würden zum Tragen kommen. Einzelne Ideen wurden bereits im Prozess verfolgt und umgesetzt.  

Was hat Ihnen an der Plattform WE THINQ besonders gefallen? 

Besonders gut hat mir die Art und Weise des Umgangs der Bürger gefallen. Entgegen jeden Vorurteils funktioniert eine solche Plattform hervorragend. Allerdings hat dazu sicher beigetragen, dass nur Usinger Bürger mitmachen konnten und jeder mit Klarnamen dabei war. Dies stellte für niemanden ein Problem dar und hat zur Disziplin beigetragen.  Bedenken sollte man auch, dass solch ein Unterfangen nur mit einen durchdachten Softwarelösung möglich ist. Die Software bot vielfältige Möglichkeiten auf Wünsche und Vorstellungen zu reagieren, blieb dabei sehr übersichtlich für die User und einfach einzusetzen für die Administratoren. In unserem Falle Azubis. Eine Softwarelösung, die den Arbeitsaufwand für uns als Kommune auf ein Minimum reduziert hat.    

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